Schöpfungsfenster

Egal, ob im ersten zaghaften Dämmerlicht der Osternacht, ob durch die kräftigen Strahlen der Morgensonne eines Sommertages oder ob im trüben Schein eines Winternachmittages: Immer erstrahlt das Kirchenfenster in einem besonderen Licht und findet seinen besonderen Ausdruck. 1974 wurde es von Benedikt W. Traut, Mitglied der Christusbruderschaft in Selbitz gestaltet.

„Schöpfungskreuz“ hat er sein Werk genannt und schreibt dazu in einem Brief: „Die schöpferische und erlösenden Kraft des Kreuzes ist nicht nur Anfang, Mitte und Ziel dieser unserer Welt und aller, die darauf wohnen, sondern der grenzenlosen Räume des gesamten Kosmos. Es brennt als Leuchtzeichen mitten im Dunkel und durchdringt mit seinem Licht und Leben alle Nacht und allen Tod. .. Ich bin mir bewusst, dass sich diese Wirklichkeit niemals in Farbe und Form gestalten und ebensowenig in Worte fassen lässt. So kann die Gestaltung des Altarfensters nur so etwas wie ein Spiegel sein, eine Brücke zwischen dem Ewigen, das wir ahnen, und dem Vorläufigen, das wir sehen. In aller Armut und Schwachheit möchte es ein Zeugnis eines Menschen für Jesus Christus sein, der den Gekreuzigten und Auferstandenen als die tragende und haltenden Wirklichkeit immerwährend erlebt, glaubt und hofft.“

Nehmen Sie sich Zeit und gehen Sie selbst auf Entdeckungsreise. Manche sehen Jesus im Kirchenfenster, manche ein Gesicht, manche das Weltall und manche sich selbst im Angesicht der Schöpfung, des Kosmos, des Gekreuzigten und Auferstandenen.